Unsere Analyseverfahren

Von der anonymen Anfrage über die Untersuchung bis zur verständlichen Einordnung.

Was wir untersuchen – und warum

Psychoaktive Produkte können andere Wirkstoffe enthalten als erwartet. Auch Verwechslungen, Beimengungen oder unbekannte Zusammensetzungen sind möglich. Eine chemische Analyse kann dabei helfen, die tatsächlichen Inhaltsstoffe einer Probe zu untersuchen und gesundheitliche Risiken besser einzuordnen.

Welche Untersuchung sinnvoll und technisch möglich ist, hängt von der jeweiligen Probe und der konkreten Fragestellung ab. Deshalb beginnt jede mögliche Analyse mit einer anonymen Beratung und einer fachlichen Prüfung der Anfrage.

Von der Anfrage zum Ergebnis

1. Fachliche Prüfung der Anfrage

Nach dem Absenden deiner anonymen Anfrage prüfen wir zunächst, welche Fragestellung vorliegt und ob eine Untersuchung im rechtlich und technisch möglichen Rahmen durchgeführt werden kann.

Bitte sende uns keine Probe unaufgefordert zu. Du erhältst zunächst eine Rückmeldung mit Informationen zum weiteren Vorgehen.

2. Vorbereitung der Probe

Im Labor wird ein kleiner Teil der Probe für die Untersuchung vorbereitet. Abhängig von der Probenart und den vermuteten Inhaltsstoffen können unterschiedliche Arbeitsschritte notwendig sein.

Die Vorbereitung dient dazu, die enthaltenen Substanzen für das jeweilige Analyseverfahren zugänglich und möglichst zuverlässig messbar zu machen.

3. Gaschromatographie-Massenspektrometrie

Ein zentrales Verfahren unserer Analytik ist die Gaschromatographie-Massenspektrometrie, kurz GC-MS.

Bei diesem Verfahren werden die Bestandteile einer Probe zunächst voneinander getrennt. Anschließend entstehen charakteristische Massenspektren, die Hinweise auf die chemische Struktur der enthaltenen Verbindungen liefern.

Die Messdaten werden mit wissenschaftlichen Spektrenbibliotheken, vorhandenen Referenzdaten und – soweit verfügbar – geeigneten Referenzsubstanzen verglichen. So können bekannte Wirkstoffe und unerwartete Bestandteile identifiziert oder eingegrenzt werden.

4. Ergänzende Untersuchungen

Nicht jede Substanz lässt sich unmittelbar und eindeutig mit einem einzelnen Verfahren bestimmen. Je nach Fragestellung können deshalb ergänzende chromatographische Untersuchungen, die Dünnschichtchromatographie oder besondere Schritte bei der Probenvorbereitung erforderlich sein.

In einzelnen Fällen kann eine weiterführende Untersuchung durch zusätzliche analytische Verfahren sinnvoll werden. Ob dies möglich ist, wird jeweils individuell geprüft.

5. Fachliche Auswertung

Ein technischer Treffer allein ist noch kein belastbares Ergebnis. Wir bewerten deshalb das gesamte Messbild und berücksichtigen unter anderem:

  • die Qualität und Eindeutigkeit des Spektrums,
  • das chromatographische Verhalten,
  • mögliche strukturell ähnliche Verbindungen,
  • vorhandene Referenzdaten,
  • die Beschaffenheit der Probe
  • und die Angaben aus der Beratungsanfrage.

Wenn eine Substanz nicht eindeutig identifiziert werden kann, benennen wir diese Unsicherheit ausdrücklich.

Was eine Analyse zeigen kann

Abhängig von der Probe und der Qualität der Messdaten kann eine Analyse Hinweise darauf geben:

  • welche psychoaktiven Wirkstoffe enthalten sind,
  • ob die Probe der erwarteten Substanz entspricht,
  • ob unerwartete Wirkstoffe oder Mischungen vorliegen
  • und welche gesundheitlichen Risiken sich daraus ergeben können.

Die Ergebnisse werden nicht nur technisch mitgeteilt, sondern verständlich erläutert und fachlich eingeordnet.

Grenzen der Analytik

Auch moderne Analyseverfahren haben Grenzen. Nicht jede Verbindung kann zweifelsfrei identifiziert werden. Besonders schwierig können sehr geringe Konzentrationen, unbekannte Substanzen, thermisch instabile Wirkstoffe oder chemisch eng verwandte Verbindungen sein.

Sofern keine eigens validierte quantitative Bestimmung durchgeführt wird, erlaubt die Untersuchung außerdem keine verlässliche Aussage über die genaue Wirkstoffkonzentration oder Dosierung.

Ein Analyseergebnis bedeutet niemals, dass eine Substanz sicher oder gesundheitlich unbedenklich ist. Es stellt auch keine Konsumempfehlung und keine medizinische Diagnose dar. Risiken können unter anderem von der Dosis, individuellen Voraussetzungen, Wechselwirkungen und der konkreten Konsumsituation abhängen.

Analyse und Beratung gehören zusammen

Ein Laborbefund ist nur dann wirklich hilfreich, wenn seine Bedeutung verständlich eingeordnet wird. Deshalb verbinden wir naturwissenschaftliche Analytik mit psychosozialer Beratung und Informationen zur Schadensminimierung.

Du kannst deine Anfrage anonym stellen. Gemeinsam klären wir, welche Untersuchung möglich ist und wie das Ergebnis zu bewerten ist.

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